Der Plan für den Elektroautokauf

Seit langem hege ich den Plan mir ein Elektroauto von Tesla zu kaufen. Eine Probefahrt 2017 für einen ganzen Tag mit einem Tesla Model S war ein tolles Erlebnis und war wohl der zündende Funke, diese Idee zu verwirklichen. Jedoch sind die Modelle von Tesla, und das gilt auch für andere Hersteller elektrischer Autos, nicht billig.

Mit der Erhöhung der Förderung durch die Bundesregierung 2020, der Notwendigkeit einen 8 Jahre alten Peugeot zu ersetzen und einigen günstigen finanziellen Vorzeichen konnten wir, also meine Frau und ich, die Planung beginnen und fingen an zu rechnen.

Was kostet welches Modell? Welche Ausstattung gibt es? Wie ist das mit der Förderung? Was wollen wir eigentlich und auf was könnten wir verzichten?

Irgendwann passte es, so waren wir uns über das Modell, Farbe und Ausstattung einig. Wir hatten auch finanziell das Polster geschaffen um an die Umsetzung zu gehen.

Da ich recht groß bin, fehlte uns noch ein wichtiges Element, eine Sitzprobe und Probefahrt. Im Model S hatte ich 2017 ausreichend Platz, wir hatten uns jedoch für ein Model 3 entschieden.

Für diese Probefahrt gingen wir auf die Webseite www.tesla.com und meldeten uns dafür an. Prompt bekamen wir einen Rückruf und vereinbarten einen kurzfristigen Termin in Leipzig.

Die Probefahrt

Wir hatten uns sehr gut vorbereitet. Für die Dokumentation des Autos genügten unsere Handys. Bereits auf der Hinfahrt testeten wir die GoPro um die Fahrt mit Sicht durch die Frontscheibe aufzuzeichnen und auch für eine nachträgliche Analyse Material zu haben.

Als wir in Leipzig ankamen wurden wir herzlich begrüßt, bekamen das gewünschte Modell vorgefahren und eine Einweisung. Unterbrochen von diversen Foto-Schnappschüssen aus jedem Winkel auf die in Foren als häufig auftretende Mängel aufgeführten Ecken und Kanten erfuhren wir das Wesentliche für unseren einstündigen Trip.
Bis dahin konnten wir keinen Mangel feststellen. Nun ging es los. Einsteigen, Karte auflegen, losfahren. Erst einmal eine kleine Runde auf dem Hof, ganz vorsichtig, ganz langsam.

Der Supercharger Nempitz war unser erstes Ziel. Links raus aus der Einfahrt, zügig reagiert das Model 3 und wir reihen uns erst einmal in die falsche Spur ein. Ok, rechts blinken und rüber in die rechte Spur, es wird grün, abbiegen. Dann den Tempomat einschalten. Perfekt.

Ein wenig Vorwissen stammt noch von der Fahrt mit dem Model S, jedoch auch aus diversen Youtube-Videos und klitzekleinen Anleitungsvideos, die Tesla für eine schnellere Übergabe von Fahrzeugen erstellt hat.

Das Auto fährt dem Vorausfahrenden hinterher, hält wenn dieser hält. Und fährt wieder los, wenn das Auto vor mir losfährt. Perfekt. Immer wieder betone ich „Ich habe nichts gemacht, ich habe nicht gebremst.“ Es zeigt die Ampeln an, reagiert jedoch noch nicht darauf. Drei vor uns stehende Autos werden als graue Animation dargestellt. Interessant wie weit die Kamera sieht und die wenigen Konturen als Auto interpretiert. Durch die Stadt fließen wir mit dem Verkehr, testen auch den Lenkassistenten. Einen etwas scharf hervorspringenden Borstein meistert das Auto nur knapp, da fehlt es noch an Genauigkeit, also greife ich ein.

Endlich raus aus der Stadt und auf die Landstraße. Ich tue das was ich schon mit dem Model S probiert hatte, diesmal jedoch aus langsamer Fahrt heraus. Ich kündige mit einem kurzen „Jetzt!“ an, dass ich das Fahrpedal trete. Wahnsinn!

Auf dem großen Bildschirm sehen wir die Karte und alles dass, was das Auto sonst noch an wichtigen Daten mitteilt. Die Stimme navigiert uns zur Autobahn. Leider gibt es eine Begrenzung der Geschwindigkeit, nur ein kurzes Stück ist frei und reicht gerade einige Autos zu überholen, dann ist das Ziel schon erreicht.

Am Supercharger schauen wir uns im Auto kurz an. Noch 429 km Reichweite. Wir fahren weiter und nutzen die Gelegenheit auf einem großen, leeren Supermarktplatz in der Nähe noch einige Fahrübungen zu absolvieren und Fotos zu machen. Dann geht es zurück und wir geben das Auto wieder ab.

Begeisterung! Vorbereitet waren wir ja, also folgte als Nächstes ein Schwatz mit dem Verkaufspersonal. Wie funktioniert das eigentlich, wie kauft man einen Tesla?

Das das über die Webseite geht, das wusste ich ja schon. Es dauert keine zwei Minuten.

Tesla geht hier einen völlig anderen Weg als andere Hersteller. Es ist einfach, der Konfigurator auf dem Handy, am Tablet oder am PC bedienbar.

Die Übergabe unseres Tesla Model 3

Es ging einfach schnell. Vergessen hatte ich leider dass ich beim Kauf den Empfehlungslink des Youtubers Björn Nyland nutzen wollte, der Verkäufer fand später für mich eine sehr zufriedenstellende Lösung. Nutzt man den Empfehlungslink eines Tesla-Besitzers erhält man aktuell ca. 1500 km freies Supercharging.

An diese Stelle gehört natürlich mein Link: 😉

https://ts.la/ralf10654

Bestellt man über diesen Link wird das aktuelle Weiterempfehlungsprogramm von Tesla bei der Bestellung aktiviert.

Die Informationen erhält man per Mail, der Verkäufer, sofern man an einem Sales-Point war ist die Kontakt-Person während dieser Zeit. Zeitpunkt der Auslieferung und Übergabe werden per Mail und SMS abgestimmt. Entsprechend möglich ist auch ein Verschieben des Übergabetermins, wir hatten unseren Termin eine Woche vorgezogen.

Abgeholt haben wir unseren Tesla in Berlin. Es war klar, dass uns kein Autohaus erwartet. Im September war es angenehm warm und an einem sonnigen Tag erreichten wir früh das Ausliefungslager auf der Wiese an der Gebrüder-Hirth-Str. in Berlin. (inzwischen ist die Auslieferung an einem anderen überdachten Ort)

Wir waren sehr gespannt, auch wegen der unterschiedlichen Bewertungen zu Mängeln, die uns ja schon bei der Probefahrt beschäftigt hatten. Eine kurze Begrüßung (aufgrund Corona sowieso alles sehr simpel), eine Schilderung des Ablaufs. Dann wurde uns unser Fahrzeug gezeigt, die ganze Wiese stand voll von Teslas der Modelle 3, S und X. Zugegebenermaßen hatten wir es bereits vom Tor aus als unseres identifiziert. Zuerst fiel uns der Staub auf, den alle Autos bedeckten. Logisch – wenn die Autos tagelang auf der Wiese auf Abholung warten.

Ein erster skeptischer Blick, zugleich die Mitteilung, dass es gleich gereinigt wird und wir uns derweil gedulden sollten. Unsere Neugier war natürlich groß und so blieben wir beim Auto. Nach zwei Reinigungsdurchläufen waren wir zufrieden und schauten uns alles genauer an. Trotz Vorbereitung auf alles, was in den Foren verbreitet wurde, konnten wir weder Kratzer noch sichtbare Mängel finden. Ergo, alles in Ordnung und das Übergabeprotokoll wurde unterzeichnet.

Mit der Übergabe aktivierte der Mitarbeiter von Tesla die App-Funktionalität. Die App hatten wir bereits vorinstalliert. Es wird einige wenige Minuten dauern, der Tesla wird noch einen Reset durchführen, war die Ansage des Mitarbeites. Zu sehen wäre dies am schwarzen Bildschirm, der nach ca. 15 Sekunden neu startet, ohne dass es die Fahreigenschaften beeinträchtigt.

Natürlich haben wir noch gewartet, zuerst die Funktion der App gecheckt. Nach dem Reset verabschiedeten wir uns und das Abenteuer begann …

Unser erster Supercharger-Stopp

60% war der Ladestand bei der Übergabe, im Grunde genug um bis nach Hause zu kommen. Ok, wenn ein Supercharger an der Strecke liegt und der Stopp als Mittagspause herhalten kann, dann gibt es wohl kein Halten bzw. doch. In Bersteland, im Hotel an der Van der Valk-Allee genossen wir ein kleines Mittagessen, während unser Tesla lud.

Die erste Mitteilunge ging auf der App ein, als wir das Essen gerade erst bekommen hatten. „In 5 Minuten ist das eingestellte Ladelimit von 90% erreicht.“ Das ging schnell, drängeln lassen wollten wir uns nicht. 😉

Wir aßen genüßlich zu Ende und setzten unseren Weg nach Hause fort … 🙂

Unser Tesla Model 3

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